NSLU2 und Mac OS X

by Tom on 1. März 2008

Seit gestern bin ich stolzer Besitzer eines NSLU2, oft auch Slug genannt, nachdem ich die Empfehlung von einem Kollegen bekommen hatte (ich habe mir geschworen nicht mehr mit ihm zu reden, das ist zu teuer: gestern hat er mir ein 3-Skype-Telefon gezeigt, das wie ein Mobiltelefon funktioniert).

Besonders spannend finde ich bei dem Gerät, dass man eine spezielle Debian-Variante aufspielen kann, die es auch ermöglicht, von außen an die eigenen Daten zu kommen und sogar einen Webserver damit zu betreiben. Das habe ich allerdings noch nicht getan, denn der gestrige Tag war erst mal davon bestimmt, das Gerät überhaupt in Betrieb zu bekommen, denn die mitgelieferte CD ist nur für Windows bestimmt. Das Problem bei der ganzen Geschichte war, dass die Standard-IP-Adresse des Geräts die 192.168.1.77 ist, meine Speedport W700V betreibt intern aber ein Netz mit der Range 192.168.2.*. Ich hatte die Hoffnung, dass sich der/die/das Slug per DHCP eine IP-Adresse in diesem Netz holen würde, aber das funktionierte leider nicht; Danke an Eric für den Shell-Befehl, mit dem ich eine IP-Range abfragen kann:

for ((i=100;i< =199;i+=1)); do echo 192.168.2.$i; ping -c 1 192.168.2.$i; done

Das Menü des Speedport-Routers erlaubte zum Glück das Ändern der internen Range, und tatsächlich fand ich die NSLU2 dann unter der Standardadresse. Leopard zeigte auch kurz darauf etwas im Shared-Bereich an:

slug2.jpg

Sowie ein Laufwerk:
slug.jpg

Natürlich kann das Gerät mit den Mac-formatierten Laufwerken nix anfangen, und so habe ich mich erst mal damit beschäftigt, Daten von einem Laufwerk auf ein anderes zu verschieben, um ersteres dann formatieren und die Daten zurückkopieren zu können. Die Geschwindigkeit ist nicht so schnell wie ein direkt am Rechner hängendes Laufwerk, aber für 69 Euro zwei USB-Platten im Netz mehreren Benutzern verfügbar zu machen finde ich schon mehr als nett.

Das i-Tüpfelchen wäre dann natürlich, wenn man auch übers Netz ein Time Machine-Backup auf den am NSLU2 gemounteten Volumes fahren könnte, ohne gleich 299 Euro für Time Capsule ausgeben zu müssen. Leider unterstützt Apple keine SMB-Volumes von Haus aus, aber ein kleiner Befehl in der Shell kann dies ändern:

defaults write com.apple.systempreferences TMShowUnsupportedNetworkVolumes 1

(via Imulus.net). Schon kann man das Laufwerk als Time Machine-Volume wählen. Anscheinend funktioniert das auch bei vielen, nur bei mir will leider aus unerfindlichen Gründen kein Backup klappen, stattdessen gab es nur die Fehlermeldung “the backup disk image could not be created”. Anscheinend stehe ich aber doch nicht so alleine mit der Fehlermeldung da, denn flokru beschreibt, wie es doch funktionieren soll. Meiner erster Test mit dieser Lösung funktionierte wunderbar.

Sollte das dauerhaft funktionieren, dann muss eventuell ein zweiter Slug her, mit dem ich dann die Linux-Experimente starten kann. Und vielleicht läuft dieses Blog ja bald auf einer Slug?

{ 1 trackback }

Apple Time Capsule Test | macophilia
22. November 2009 um 12:57

{ 9 comments… read them below or add one }

silentdark 1. März 2008 um 19:58

Ich hab das gerät auch. Und mal als tip:
Installier dir avahi das sorgt dafür, dass die der slug zeroconf kann (bei apple auch als Bonjour bekannt) und netatalk damit der slug afp kann.
Dann sieht es aus als ob deine Slug ein Mac im netzwerk wäre mit gesharten Laufwerken.
Wenn du fragen hast, ich hab die Comments hier abonniert. Also einfach drunter Posten.

silentdark 1. März 2008 um 20:16

Ne mit der Standardsoftware geht das net. Aber schon ein 2GB Speicherstick reicht als root und swap (ca 128 MB ist angemessen). An den anderen Port nen USB-HUB und am besten 2,5″-Platen dran… die sind so leise, dass man neben dem Ding schlafen kann.

Nen kleinen Einstieg kann ich hier bieten:
http://teagarden.te.funpic.de/?p=58

Für Netatalk am besten diesen weg nehmen:
http://www.disgruntled-dutch.com/2007/general/howtodownload-netatalk-encryption-support-debian-4/

Da Leopard nur verschlüsselte Verbindungen für afp im default erlaubt.
Hoffe das ist erst mal genug Lesestoff da ist erst morgen wieder hier rein schau.

Tom 1. März 2008 um 20:05

Klasse Tipp! Dafür muss aber erst das Debian drauf, mit der Standardsoftware geht das nicht, oder?

Sergio Montini 3. März 2008 um 04:01

Glad you’re enjoying your NSLU2! :-)

I love the device (no wonder I have two).
http://www.flickr.com/photos/montini/2201810109/

Tip: You can also change the device IP address via web interface.

Debian installation gives a lot more flexibility than Linksys stock firmware and “Unslung” patch.

I used TimeMachine with my Slugs, but it was rather slow. I was a bit skeptical after reading this article:
http://www.macosxhints.com/article.php?story=2007121706402296&query=network%2Bdrive%2Btime%2Bmachine

ps.: I’m loving my 3G mobile/Skype phone :-)

djshaky 3. März 2008 um 10:54

Vielen Dank für den genialen Beitrag!
Allerdings eine Anmerkung zu dem IP-Range Shellscript.
Ich musste das Leerzeichen bei “i< =199″ entfernen, damit es funktioniert hat…
Also: for ((i=100;i<=199;i+=1)); do echo 192.168.2.$i; ping -c 1 192.168.2.$i; done

ernst 14. März 2008 um 15:12

ein subnetz nach hosts zu durchsuchen geht übrigens auch wunderbar mit nmap, dann braucht man das shell-script nicht. zb.
nmap 192.168.1.0/24 -sP
nmap muss natürlich installiert sein (www.insecure.org), am besten zu installieren via macports

Thorsten 26. März 2008 um 10:45

Hatte auch das NSLU2. Habe es aber wegen mangelnder Performance verkauft und nun einen stromsparenden VIA-Rechner stehen.

parley 7. Oktober 2008 um 19:43

Ich dachte TimeMachine akzeptiert nur HFS+ formatierte Platten …?

Bei meinem Slug wird eine HFS+ formatierte Platte allerdings nicht akzeptiert (kann nicht drauf zugreifen).

In welchem Format hast du deine Festplatten die am Slug hängen formatiert?

Würde zu gern auch TM über den Slug nutzen …

ich 21. März 2010 um 00:40

um TimeMachien mit der NSLU zu benutzen, empfehle ich folgendes:
Debian installieren, netatalk (AFP) und dann den stapler generieren. Anschliessend erkennt macos das gerät als time capsule und nichts muss in die systemprefs geschrieben werden

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