Apple’s iPhone ist ein kleines Wunder der Technik und hat die Welt ohne Frage revolutioniert. Um so ärgerlicher sind die kleinen “Macken”, mit denen sich Fans des mobilen Computers mit Telefonfunktion herumschlagen müssen. Eine dieser Macken ist die Beschränkung auf einen Microsoft Exchange-Account.
Eingeführt wurde die Unterstützung für die populäre Business E-Mail, Kalendar und Kontaktanwendung mit dem iPhone OS 2.0. Apple lizensierte dafür ActiveSync von Microsoft, die Technologie, mit der die Push-Synchronisation (Daten automatisch auf das Gerät schicken) ermöglicht wird. Die Integration könnte nicht einfacher sein: In Mail auf dem iPhone einfach Exchange als Option wählen, Nutzernamen und Passwort eingeben und fertig! Kontakte, Kalender und E-Mails werden “Over-the-Air”, also drahtlos, synchronisiert.
An sich können Daten entweder über POP, IMAP oder ActiveSync mit dem iPhone abgeglichen werden. POP und IMAP-Accounts können in beliebiger Zahl vorhanden sein, ActiveSync nicht. Es ist also möglich, zehn E-Mail Accounts über IMAP abzugleichen, aber nur einen ActiveSync Account. Das Problem hieran ist natürlich, dass neben Exchange auch der GoogleApps Push-Service ActiveSync nutzt. (E-Mail ist mit Google zur Zeit nicht möglich, nur Kalender und Kontakte können gepuscht werden). Was bedeutet, dass man sich entscheiden muss: Google Kontakt-und Kalender Daten auf das iPhone gepuscht bekommen, oder eben die vom Exchange-Server. Ohne Frage eine lästige Angelegenheit.
Theoretisch ist es durchaus möglich, mehrere Exchange-Accounts auf dem iPhone zu verwalten, allerdings nur über IMAP. Und da ist der Haken: IMAP ist nur als Pull verfügbar, und ist daher ungenauer: Pull bedeutet, dass in einem vorher definiertem Intervall (15,30,60 Minuten) nach neuen Daten geprüft wird. Dadurch gibt es natürlich immer eine Verzögerung im Erhalt der Daten. Ein weiterer Nachteil dieser Lösung ist der Akkuverbrauch, der deutlich ansteigt. Also eine imperfekte Lösung.
Als weitere Möglichkeit böte sich an, beispielsweise einen MobileMe-Account, GoogleApps oder Exchange als “Hauptaccount” zu nutzen, und alle anderen Accounts darauf laufen zu lassen. Das ist selbstverständlich selten praktikabel, weil es ja einen Grund gibt warum die Accounts von einander getrennt sind. Zusätzlich fügt jeder weitere Schritt eine potentielle Fehlerquelle hinzu.
Bisher ist kein Grund für die Beschränkung auf einen Account bekannt. Denkbar wäre eine Lizensrestriktion, allerdings ist das nur Spekulation meinerseits, die auf keinen Fakten basieren. Oder aber es ist etwas das von Apple übersehen wurde. Vielleicht ist es auch eine dieser Kleinigkeiten, die Apple erst ändert wenn sich genug Anwender darüber beschweren. Alles in allem, eine unnötig nerviger Sachverhalt.
Dank an: Steven Foskett, der auf seinem Blog eine recht gute Übersicht über die Problematik im Englischen bietet; wikipedia.org
{ 1 trackback }
{ 0 comments… add one now }