Im Jahr 2001 wurden Tablet PCs von Bill Gates als Zukunft der Computerbranche angekündigt. Microsoft entwickelte “Windows XP Tablet Edition”, Geräte mit Handschriftenerkennung wurden veröffentlicht. Doch aus diesen Tablets wurde nicht die Zukunft der Branche, sondern nur ein sehr spezialisierter Nischenmarkt. Der Mainstream konnte mit dem Konzept “Tablet” nichts anfangen. Das hielt an, bis Apple das iPhone herausbrachte. Plötzlich war die Idee eines Tablets nicht mehr so abwegig, wieder einmal galt es als die “Zukunft der Branche”. Aber was macht Apples fiktionalen Tablet so attraktiv für die Gerüchteküche der letzten Jahre?
Es gibt einige Theorien, aber die grundlegende Antwort ist relativ simpel: Der Erfolg des iPhones. Apple belebte einen nahezu totgeglaubten Markt, den der Smartphones, mit einem Paukenschlag. In bester Apple-Tradition, “the iPhone just works”. Das iPhone ist mehr oder weniger eine sehr kleine Fassung eines Tablets. Von daher ist es nur verständlich, das Beobachter eine größere Version am Horizont sehen.
Es gibt zwei wichtige Bereiche für die Techindustrie, Hardware und Software. An der Hardwarefront wird über alles zwischen 7-12” für die Größe, 3G-Unterstützung für konstantes “online” sein, Handschriftenerkennung (eher unwahrscheinlich), und Erweiterungslots diskutiert. Auf der Software-Seite gibt es Spekulationen, ob Apple ein Mac OS X Derivat, eine iPhone Oberfläche oder ein komplett neues Design verwenden wird. Und auch um die Zielgruppe wird sich gestritten: Ist es ein einfacher Browsing-Computer? Ein mobiler Multimediahub? Oder doch ein E-Bookreader?
Das Tablet-Projekt selbst soll schon seit einigen Jahren, seit 2003 um genau zu sein, bei Apple in Entwicklung sein. Allerdings konnte Steve Jobs wohl nie einen Nutzen für das Tablet erkennen, weshalb es immer wieder nach hinten verschoben wurde. Anscheinend gab es ein Richtungsänderung mit dem Erfolg des iPhones und des App Stores, mit dem Zerfall der traditionellen Printmedien und der Profilierung des Cloud Computing. Der Veröffentlichung eines Tablets steht nun eine perfekte Welle an Umständen im Rücken, Apple braucht die Teile nur noch zusammen zu fügen.
Und damit ist der Computerhersteller an einem interessanten Punkt und der Vergleich zum iPod Touch kann hier durchaus gezogen werden: Apple veröffentlichte den iPod Touch ohne genau zu wissen, für wen das Gerät eigentlich nützlich ist. Nach einiger Zeit kristallisierte sich der Spielemarkt heraus. Wird es dem Tablet ähnlich gehen? Ein Tausendsassa ohne Ziel? Kommentare von New York Times Mitarbeitern und Gerüchten über Verhandlungen mit der Verlagsindustrie lässt auf einen Fokus auf digitale Buch-und Zeitungsinhalten schließen. Damit wäre Apple in Konkurrenz mit Amazons Kindle und anderen E-Bookreadern. Wir werden sehen. Im Januar. Dann soll Steve Jobs angeblich mit Tablets vom Berg Cupertino zu uns herunterkommen und uns alle erleuchten. Vielleicht ist der Apple Tablet auch eines dieser Erfindungen, die erst Sinn machen, wenn man sie in der Hand hält und nutzen kann. Wie Twitter, oder Google Wave.
Oh, und der Name? Ich warte schon sein Jahren darauf mein iBook upgraden zu können…;-)