Das Betriebssystem ist der Kern eines Computerinterfaces. Seine Hauptaufgabe besteht darin, die laufende Software zu assisteren und dem Nutzer das Leben zu erleichtern. Von daher sollte es so wenig mit dem Nutzer interagieren müssen wie möglich. Mac OS X verrichtet in dieser Hinsicht einen guten Job, aber es gibt immer Raum für Verbesserungen. Und in genau diesem Bereich finden sich Application Launcher an.
Application Launcher sind kleine Hilfsprogramme, die eine Vielzahl von Dingen verrichten können: Dateien suchen, iTunes steuern, das Web durchforsten, rechnen und natürlich, wie der Name schon verrät, Programme starten. Der Clou dieser Anwendungen ist, das sie komplett über die Tastatur gesteurt werden können, ohne auf die Maus angewiesen zu sein. In vielen Arbeitssituationen kann dies von enormen Vorteil sein Der Grundgedanke ist das man sowieso die Hand auf der Tastatur hat. Mit Hilfe von App Launchern ist es möglich bestimmte, simple Tasks in den Hintergrund zu rücken und sich nicht genau damit zu beschäftigen. Um den nächsten Song in iTunes auszuwählen, ist es nicht unbedingt notwendig das Programm in den Vordergrund zu holen…
Was einen Application Launcher so interessant macht, ist die Einfachheit der Ausführung. Mit wenigen Tastenschlägen kann man ein Programm aufrufen, oder eine Playliste starten. All das, ohne den aktuellen Arbeitsfluss zu unterbrechen. Die grundlegende Technologie ist ein ständig aktueller Index aller verfügbaren Programme, Dateien und Aktionen.
Und die Aktionen sind der Kern der Anwendung: Mit Spotlight kann man iTunes aufrufen, aber nicht die Lautstärke. Mit einem Tool wie Quicksilver ist das über eine simple Oberfläche, oder sogar mit einem Hotkey möglich.
Application Launcher haben eine Lernkurve; zu Beginn beschränkt sich der Nutzen meist auf ein schnelleres Öffnen von Programmen. Doch mit der Zeit lassen sich eine Vielzahl von Dingen erlernen: Vom einfachen iTunes steuern, über das Verschieben von mehreren Dateien, bis hin zur Erstellung und Verwaltung einer To-Do Liste.
Es gibt eine Handvoll App Launcher, aber ich möchte mich auf zwei der Populärsten (und die ich selbst schon verwendet habe) beschränken: Quicksilver und die Google Quick Search Box. Natürlich werde ich nicht in die Details der einzelnen Anwendungen gehen, das wäre jeweils ein einzelner Artikel. Stattdessen möchte ich eine Überblick über die grundlegenden Funktionalität geben.
Quicksilver basiert auf einem 3-Panel-System: Das erste Panel ist der Bereich für ein Objekt. Dies kann zum Beispiel eine Applikation sein, oder eine Datei. Das zweite Panel beschreibt die Aktion die ausgeführt werden soll und im dritten Panel kann die Aktion genauer ausgeführt werden.
Quicksilver verfügt über ein ausgeprägtes Plug-In Interface, mit dem neue Funktionen hinzugefügt werden können.
Die Google Quick Search Box kan in gewissem Maße als Quicksilver 2.0 angesehen. Der Chefentwickler von Quicksilver ist auch an diesem Projekt beteiligt. Zur Zeit befindet sich das Tool noch im Beta-Stadium. Ähnlich wie bei Quicksilver, gibt es auch in der QSB eine Plug-In Architektur und das 3-Panel-System. Updates kommen zur Zeit in etwa monatlich und verbessern das Programm kontinuierlich.
Als jemand der den Großteil seines Tages vor einem Display verbringt, möchte ich auf eine App Launcher nicht mehr verzichten. Der Zeitgewinn ist marginal, rechnet sich jedoch über Zeit.
Für ein tiefergehendes Videotutorial zu Quicksilver (das meiste lässt sich auch auf die Google QSB übertragen) würde ich gern auf die computerschulung-deutschland verweisen. Ansonsten danke ich wikipedia (Quicksilver, QSB) für Basisinformationen und allen App Launcher Entwicklern: Das Leben ist einfacher mit den Tools! ☺