Apple Time Capsule Test

by Tom on 22. November 2009

Lange hatte ich damit geliebäugelt, seit gestern ist sie nun in Betrieb, die Apple Time Capsule. Bisher hatte ich mit meinen mehreren Rechnern immer das Problem, das ich auch stets die korrekte Festplatte finden musste, auf der das jeweilieg Backup gehört, ganz abgesehen davon, dass auf meinem Schreibtisch auch nicht immer genug Platz ist :-) Und dann passiert es halt, man macht ein paar Tage kein Backup, ein paar Wochen, und in einem selbst wächst das schlechte Gewissen, denn schließlich sind wieder ein paar Fotos dazu gekommen, die man besser nicht verlieren möchte, weil die Festplatte auf einmal das Segel streicht. Dass das gerne mal zu den unpassendsten Momentan passiert, habe ich mehr als einmal erlebt in den vielen Jahren, in denen ich mit Computern zu tun hatte.

Ich hatte ein wenig mit dem NSLU2 rumexperimentiert und darüber versucht, ein Wireless Backup hinzubekommen. Es hat mich einiges an Zeit gekostet, um etwas halbwegs Stabiles zu bauen, und irgendwann hatte ich keine Lust mehr auf die ständigen Fehlermeldungen. Natürlich ist ein Setup mit einer NSLU2 um einiges günstiger als eine Apple Time Capsule, aber Zeit ist auch Geld. Und da ich immer weniger Zeit habe (dafür aber auch nicht unbedingt mehr Geld), habe ich nun einmal tiefer in die Tasche gegriffen, um für 269€ die Apple Time Capsule in der 1 TeraByte-Variante zu kaufen. 1TB ist nicht viel, aber über den integrierten USB-Anschluß kann eine weitere Festplatte angeschlossen werden. Zwar lassen sich externe Festplatten nicht mit der internen Festplatte “verschmelzen”, aber zumindest ist die Erweiterungsmöglichkeit gegeben, und 200 Euro für ein weiteres TB sind schon eine Menge Asche.

Die erste Enttäuschung kam, als ich die zugegebenermaßen schicke Verpackung öffnete: Die Time Capsule ist weiss, aus irgendeinem unerfindlichen Grund dachte ich, sie wäre aus Aluminium wie auch mein MacBook, der iMac etc. Gleichzeitig ist die Time Capsule verdammt schwer, aber dazu später mehr. In der Verpackung ist neben der Time Capsule nur ein Stromkabel, eine CD und ein paar klein gedruckte Handbücher, ein Ethernet-Kabel, wie ich es vermutet hätte, war nicht dabei.

Die Time Capsule habe ich erst mal da platziert, wo ich bisher meine Backup-Platten hatte, und sie dann an den Strom angeschlossen. Sofort blinkte etwas gelb, und die Station war auch gleich über AirPort zu finden. Die Idee war nun, dass ich die Time Capsule in das bereits bestehende WLAN integriere, sozusagen das vorhandene WLAN mit der Time Capsule erweitere, um dann meine Daten über das WLAN auf die Time Capsule zu sichern. Daraus wurde nichts.

Die erste Hürde war, dass sich das WLAN-Netzwerk der hier eingesetzten FritzBox nicht erweitern lässt. Man kann die Schuld bei Fritz oder bei Apple suchen, wahrscheinlich sind beide nicht ganz unschuldig. Sicherlich würde der ganze Mist funktionieren, wenn ich nur eine AirPort BasisStation hätte und diese erweitern wollte, aber nicht jeder muss sich wirklich jeden Mist kaufen, den Apple herstellt. So aber wollen Time Capsule und die FritzBox sich nicht überreden lassen, ein gemeinsames WLAN zur Verfügung zu stellen. Die Time Capsule nun anstatt der FritzBox zu verwenden, kommt aber auch nicht in Frage, denn an der FritzBox hängt nicht nur das Internet, sondern auch noch das Telefon. So gab es nur eine Lösung: Die Time Capsule direkt via Ethernet in die FritzBox zu stecken. Keine Erweiterung des Netzwerkes.

Nun war aber leider kein Ethernet-Kabel dabei, was sicherlich auch Sinn macht, denn nicht jeder wird es brauchen, und es gibt schon genug Müll auf der Welt. Aber für mich bedeutete es erst einmal ein Wühlen in alten Kisten, um ein Ethernet-Kabel zu finden, was für eine Ironie: Man kauft sich eine WiFi-Festplatte und braucht dafür erst mal ein Kabel.

Screen shot 2009-11-22 at 11.44.36 AM Von da an ging eigentlich alles ganz fix: Die Konfiguration dauerte nur ein paar Momente, die Airport Utility Software zeigte Schwachstellen in der Konfiguration auf, und schon konnte ich die Festplatte sehen in Time Machine. Dazu musste ich natürlich auf das WLAN der Time Capsule wechseln, die als Bridge zur FritzBox arbeitet. Eine Geschwindigkeitseinbuße habe ich dadurch nicht gespürt, im Gegenteil, aber das ist eben auch nur anekdotische Evidenz. Dann begann ich mit dem ersten Backup, das war gestern Abend, irgendwann kurz vor Mitternacht. Nun ist es kurz vor Mittags, also 12 Stunden danach, und das Backup ist immer noch nicht fertig, wahrscheinlich kein Wunder bei 215GB an Daten, die es zu sichern gilt. Wirklich erstaunlich ist übrigens, wie leise die Time Capsule ist. Obwohl sie auf einer Holz-Kommode steht und diese gerne mal das Schreiben und Lesen einer Festplatte verstärken aufgrund der dahinter stehenden Mechanik, hört man nix von der Time Capsule. Meine Vermutung ist, dass das Gewicht damit zu tun hat; eventuell werden die Vibrationen der Time Capsule-Festplatte schon intern gut abgefedert.

Ansonsten bin ich nun einfach nur gespannt, wie zuverlässig Time Capsule nun arbeitet. Time Machine war schon eine grosse Erleichterung im Alltag, da man sich um eine Sache weniger Gedanken machen musste; Time Capsule ist für mich der nächste Schritt, denn nun muss ich keine externen Festplatten mehr an meinen Laptop anschließen, um eine Datensicherung zu erstellen. Meine Daten werden gesichert, ohne dass ich es merke. Und sollte es nicht genau so sein, dass uns der Computer nicht im Weg steht?

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Time Capsule-Tod
5. März 2010 um 22:40

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Herr T. 22. November 2009 um 20:12

Eine WLAN-Erweiterung per WDS ist nur mit WEP definiert. WDS mit WPA(2) funktioniert in aller Regel nur unter herstellergleichen Geräten, siehe auch WDS in der Wikipedia. Ich habe mal stundenlang vergeblich versucht, mit einer AirportExpress ein Fritznetz zu erweitern, seitdem weiß ich das. Nun hängt sie als Client per WPA2 dran und die Ethernetbuchse liegt brach. Schade.

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